Glossar

                         shutterstock_2900354.jpg  
 
zu Begriffen aus dem Bereich der Übersetzung:
 
Adaption
Anpassung eines Texts an einen anderen Zweck oder eine andere Region bzw. ein anderes Land als jene, für die er verfasst wurde. Die Adaption einer Übersetzung wird entweder direkt vom Übersetzer, in den meisten Fällen jedoch von z.B. einem Lektor oder Werbetexter durchgeführt.
 
Alignment
Vorgang, der darin besteht einen Ausgangstext, Segment für Segment, mit einem entsprechenden Zieltext als Äquivalente zu paaren. Die so entstehende Äquivalenztabelle wird in der Folge als Übersetzungsspeicher (Translation Memory) genutzt. Durch das Alignment können Übersetzungen genutzt werden, die zuvor ohne Computerhilfe übersetzt wurden. Alignmentvorgänge, die mit Hilfe von Computerprogrammen ausgeführt werden, bedürfen jedoch immer noch entscheidender manueller Eingriffe.
 
Analyse des Ausgangstextes
Vorübersetzungsarbeit, die darauf zielt, die qualitativen und quantitativen Eigenschaften des Ausgangstextes zu ermitteln. Die Analyse des Ausgangstextes bestimmt in erster Linie die erforderlichen Vorgehensweisen und Hilfsmittel zur Übersetzung, um die Bearbeitung von umfangreichen Projekten zu optimieren.
 
Die Analyse gestattet u.a. Listen mit Termini und Kollokationen und deren Häufigkeit zu extrahieren, Listen zu erstellen, mit Termini, die sich noch in keinem gegebenen Wörterbuch finden, einen Terminus in seinen verschiedenen Kontexten (Konkordanz) zu analysieren, die Wiederholungshäufigkeit zu bestimmen, die terminologische und phraseologische Konsistenz zu überprüfen oder auch ein provisorisches Wörterbuch zu bilden.
 
A-Sprache
Mutter- bzw. Bildungssprache eines Übersetzers (vgl. B-Sprache und C-Sprache).
 
B-Sprache
Weitere Sprache eines Übersetzers neben dessen Muttersprache (A-Sprache) in die und/oder aus der übersetzt wird (vgl. auch C-Sprache).
 
C-Sprache
Weitere Sprache eines Übersetzers neben dessen A-Sprache (Muttersprache) und B-Sprache, die der Übersetzer nur ausreichend beherrscht, um aus ihr zu übersetzen.
 
Computerunterstützte Übersetzung
Anwendung einer übersetzungsunterstützenden Software, die den Übersetzer sowohl bezüglich der Kohärenz (Konsistenz) seiner Arbeit als auch bei der Geschwindigkeit unterstützt. Die wichtigsten Anwendungen umschließen einerseits die Überwachung der spezifischen Terminologie des Fachgebietes und andererseits die Übersetzungsspeicher (Translation Memory).
Sie helfen, die Arbeitslast des Übersetzers zu reduzieren und einen durchgängigen Stil sicherzustellen. Bereits übersetzte Satzpaare (Ausgangs- und Zielsprache) werden dabei in einer Datenbank gespeichert.
Kommt beim Übersetzen ein Satz vor, der einem bereits früher übersetzten ähnlich oder identisch ist, dann wird er als mögliche Übersetzung vorgeschlagen. Der Übersetzer hat dann die Möglichkeit, den Satz anzunehmen, zu bearbeiten oder abzulehnen.
 
DTP (Desktop Publishing)
Unter DeskTop Publishing versteht man Layout und Druckvorbereitung von Dokumenten mit Hilfe des PCs (Computersatz).
 
Elektronisches Wörterbuch
Arbeitswörterbuch im Computer. Die Gebrauchs-Funktionalität variiert je nach Herausgeber des Wörterbuchs.
In Verbindung mit übersetzungsunterstützender Software (vgl. Translation Memory) ermöglichen diese Wörterbücher die gespeicherten Ausgangstermini wiederzuerkennen und automatisch eine Übersetzung vorzuschlagen (vgl. automatische Erkennung).
 
Fachsprache
Akademische Bezeichnung für den Berufsjargon. Mit der zunehmenden Spezialisierung der Berufe und der schnellen Entwicklung der angewandten Techniken wird es immer schwieriger, Fachwörterbücher auf dem aktuellsten Stand zu erhalten.
 
Fachsprachliche Kompetenz
Vertrautheit mit dem jeweiligen Fachgebiet und Beherrschung der Fachsprache dieses Fachgebiets.
 
Freie Übersetzung
Übersetzung, bei der nicht so sehr die genaue Formulierung als die allgemeine Bedeutung in den Mittelpunkt gestellt wird (vgl. wörtliche Übersetzung).
 
"Fuzzy Matching" oder diffuse Suche
Suchtechnik in der Informatik, mit der nicht nur das genaue Äquivalent des gesuchten Objekts gefunden werden kann, sondern auch alle Elemente, die eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Diese Technik kommt insbesondere in elektronischen Wörterbüchern zur Anwendung, oder bei der computerunterstützten Übersetzung, wo sie dem Übersetzer z.B. die Möglichkeit gibt, die Übersetzung eines Adjektivs zu erhalten, ausgehend vom entsprechenden Substantiv aus dem Wörterbuch, oder auch die Übersetzung eines ähnlichen (nicht identischen) Satzes, der sich bereits im Übersetzungsspeicher (Translation Memory) befindet.
 
Glossar
Unentbehrliche Hilfe für den Übersetzer. Im Gegensatz zum Wörterbuch ist das Glossar im engeren Sinne des Wortes ein einsprachiges Spezialwörterbuch. Es enthält stichwortartig geordnete Termini, deren Definitionen und eventuell zusätzliche Merkmale nach Bedarf des Benutzers, wie z. B. Quelle, Fachbereich oder Genus und Numerus.
Die Begriffe Glossar, Lexikon oder Wörterbuch werden allerdings selbst in der Fachsprache von Übersetzern, Redakteuren und Linguisten häufig verwechselt.
Neben der Nutzung der zahllosen ein- und mehrsprachigen Online-Glossare aus dem Internet, verwalten die meisten Übersetzer eigene fach-, kunden- und projektspezifische Glossare.
Aber auch für international tätige Unternehmen kann es vorteilhaft sein, eigene Fachglossare zu verwalten.
Damit wird nicht nur die Arbeit des Übersetzers erleichtert - durch eine Minderung des Terminologie-Rechercheaufwands werden auch Projektlaufzeiten gekürzt und die korrekte und konsequente Verwendung von Fachterminologie in allen Sprachen sichergestellt.
 
Konsistenz
Eigenschaft eines Textes, in dem derselbe Gegenstand oder Grundbegriff immer mit demselben Terminus bezeichnet wird (terminologische Konsistenz) oder derselbe Vorgang oder dieselbe Idee immer auf das Komma genau mit demselben Satz oder derselben Satzgruppe beschrieben wird (phraseologische Konsistenz).
Die Beachtung der Konsistenz ist besonders in technischen Texten wichtig, wo sie zur Redaktion, Korrektur, Aktualisierung oder Übersetzung den Einsatz von automatischen Hilfsmitteln ermöglicht.
Außerdem trägt die Konsistenz zu einer besseren Verständlichkeit der Texte bei.
 
Lokalisierung
Anpassung eines Produkts (im Zusammenhang mit Übersetzung meist Software) an ein Land oder eine Region, d.h. an die Sprache, das kulturelle Milieu sowie Normen, Gesetze und Marktanforderungen (vgl. Software-Lokalisierung).
 
Muttersprache
Sprache, die ein Mensch als Kind erlernt und seither im primären Sprachgebrauch verwendet hat.
Übersetzer übersetzen i.d.R. nur in ihre Mutter- bzw. Bildungssprache, nicht in die im späteren Leben erlernten Fremdsprachen.
 
Muttersprachliche Kompetenz
Beherrschung einer Sprache in Wort und Schrift in dem Grad, in dem sie eine sprachlich geschulte Person beherrscht, die diese Sprache als Kind erworben und seither im primären Sprachgebrauch verwendet hat.
 
Natürliche Sprachen
Im Gegensatz zu den Programmiersprachen werden die gesprochenen Sprachen als natürliche Sprachen bezeichnet. Die automatische Verarbeitung der natürlichen Sprachen ist einer der schwierigsten Forschungsbereiche der Informatik (vgl. Computerlinguistik).
 
Paralleltext
Text in der Ausgangs- oder Zielsprache, der dem zu übersetzenden Text hinsichtlich des Fachgebiets oder der Textsorte vergleichbar ist. Hierzu zählen auch frühere Übersetzungen derselben Textsorte.
 
Revision
Überprüfen eines Textes auf passenden Stil, korrekte Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, inhaltliche Vollständigkeit (d.h. bei Übersetzungen Übereinstimmung mit dem Ausgangstext) und Vornehmen aller notwendigen Änderungen des Textes. Je nach den Anforderungen, die der Text erfüllen soll, empfiehlt es sich, einen Text nach der Übersetzung durch eine zweite Person (z.B. einen anderen Übersetzer oder einen Sachexperten) revidieren zu lassen. Bei der Auftragserteilung an einen Korrekturleser bzw. Qualitätslektoren empfiehlt es sich, das erwünschte Ausmaß an Änderungen zu definieren (z.B. nur Korrektur der Grammatik und Rechtschreibung oder Verbesserung des Stils). Die Revision bürgt für die Qualität der Übersetzung. Diese Absicherung ist in einem rein menschlichen Prozess unerlässlich.

Technische Übersetzung
Aufgrund eines oft umfangreichen Volumens und der Notwendigkeit absoluter Konsistenz, erfordert die Übersetzung von technischen Texten (Anleitungen zu Inbetriebnahme und Gebrauch von Geräten, Katalogen, technischen Datenblättern) heutzutage unbedingt die Anwendung von übersetzungsunterstützender Software bzw. Terminologieprogrammen.
 
Wörterbuch
Im Gegensatz zum Glossar ist das Wörterbuch gekürzt und bezieht sich auf zwei oder mehr Sprachen. In seiner einfachsten Form handelt es sich um eine 1:1-Äquivalenztabelle. Die Komplexität der Sprachen und ihrer Verwendung jedoch erfordert die Kreation ausführlicherer Datenbanken, die z.B. Abkürzungen oder Synonyme erfassen.
 
Zielleserschaft
Der Personenkreis, für den die Übersetzung bestimmt ist, z.B. Fachleute, Kinder, die allgemeine Öffentlichkeit.
Bei der Auftragserteilung an einen Übersetzer empfiehlt es sich, immer die Zielleserschaft anzugeben, da dem Übersetzer damit geholfen wird, die passende Stil- und Wortwahl zu bestimmen.